Der Typ für die Zigarre – Wer raucht eigentlich was?

Zigarren erfreuen sich eines weltweiten Absatzes. Egal ob in Brasilien, in Kanada, in Deutschland oder in Indien: Zigarren haben überall auf den Kontinenten ihre Anhänger. Entsprechend der steigenden Nachfrage gibt es auch immer mehr Anbieter, die sich dem Markt widmen. An der Spitze stehen immer noch die südamerikanischen Länder, die mit ihren klimatischen Bedingungen die besten Voraussetzungen für den Tabakanbau haben. Aber auch Amerika, Asien und Europa steigen nach und nach in die Produktion ein – und entwickeln ebenfalls ihre ganz eigenen Zigarrenkreationen.

 

Wie in unserem Zigarrenmagazin an vielen Stellen nachzulesen ist, gibt es dementsprechend viele unterschiedliche Sorten an Zigarren, die sich der Aficionado aussuchen kann: Da gibt es Long- und Shortfiller, teure und billigere Zigarren, starke und milde, die vielfältigsten Aromen und Geschmäcker, unterschiedliche Ursprünge und ganz besondere Marken. Einige Aficionados entwickelten hier schnell ihre ganz eigenen Vorlieben und Präferenzen. Kein Wunder also, dass sich da die Frage stellt: Wer raucht eigentlich was?

 

Der Typ: Kubaner vor allem anderen

A good cuban cigar closes the door to the vulgarities of the world. Mark Twain

Kubanische Zigarren werden in der Zigarrenbranche immer noch als die wahren Zigarren gehandhabt. Ihre Geschichte reicht weit zurück, ihre Zigarrenproduktion ist traditionsreich und bewährt und ihre Torcedores besitzen Wissen, dass über Jahrhunderte hinweg weitergereicht wurde. Nur in Kuba selbst gibt es noch die Tradition des Vorlesers, der den Torcedores während ihrer Arbeit vorliest und ihnen somit die einseitige Arbeit verschönert.

 

Mann mit Bart und Brille zieht genüsslich an einer Zigarre

Kubanische Zigarren gibt es natürlich in allen Formaten, Formen und Farben. Allerdings produzieren die Kubaner in großen Mengen sehr starke Zigarren, da sie vor allem für bekennende Aficionados produzieren, die eine starke Zigarre vertragen und vor allem bevorzugen. Havannas der Marke Cohiba, Montecristo oder Partagás bieten sich also für Männer mit Erfahrung an, welche sich die Zeit und Ruhe nehmen können, um die Zigarre zu genießen. Es sind meist erfahrene, ältere Aficionados, die politisch interessiert und kulturell bewandert sind und bereits viele Stunden in einer Zigarrenlounge verbracht haben. Der Typ Kubaner vor allem anderen ist ein wahrer Genießer, aber letztlich auch ein wenig selbstverliebt.

Der Typ: Hauptsache Robusto

The best cigar in the world is the one you prefer to smoke on special occasions, enabling you to relax and enjoy that which gives you maximum pleasure. Zino Davidoff

Das Zigarrenformat Robusto ist weltweit eines der bekanntesten Formate. Trotzdem internationale Maße festgesetzt wurden, unterscheiden sich diese doch je nach Marke und Herkunft. Mit einer Länge von nicht mehr als 127 Millimetern und einem relativ großen Ringmaß von 50 ist sie allerdings eine recht kleine und feine Zigarre. Ihre Kürze und ihr dickerer Körper haben ihr viel Berühmtheit eingebracht: Denn jedem Anfänger wird zuallererst eine Zigarre des Formats Robusto angeboten. Sie eignet sich perfekt für den einsteigenden Zigarrenraucher – auch vom Aussehen her.

 

Seitenansicht von Mann mit Zigarre und Sonnenbrille

Wer Robusto raucht, der ist also entweder Anfänger oder er ist der Typ Hauptsache Robusto. Gehört man diesem Typ an, dann ist die Zigarre das persönliche Statussymbol. Nichts entspricht dem Aussehen einer typischen Zigarre mehr als die Robusto. Da sie keine allzu lange Rauchdauer hat, beschäftigt man sich nicht allzu lange mit dieser Zigarre. Dieser Typ weiß also gute Zigarren zu schätzen, er hat allerdings nicht so viel Zeit für sie. Er steht voll im Leben, arbeitet hart und gründet vielleicht gerade eine Familie. Er braucht kurze Momente der Ruhe, um Kraft zu sammeln und muss dann aber auch schnell wieder weiter. Hauptsache Robusto steht also für den motivierten und energiegeladenen Typen, der die Zigarre hauptsächlich als Argument für eine kurze Pause nimmt.

Der Typ: Shortfiller ist auch eine Zigarre

A cigar has a fire at one end and a fool at the other end. Horace Greely

Zigarren werden entweder als Shortfiller oder Longfiller produziert. Longfiller sind oftmals die besseren Produkte, da die Einlage bei Shortfillern nicht aus ganzen Tabakblättern besteht sondern zum Beispiel aus Tabakbruch. Die Shortfiller sind darum auch meist günstiger – begründet in ihrer geringeren Qualität im Vergleich zu den Longfillern. Shortfiller bestehen zwar ebenfalls aus hochwertigem Tabak, sie werden allerdings maschinell hergestellt und verfügen meist über die ganze Länge der Zigarre hinweg über den gleichen Geschmack.

 

Frau mit weißer Perücke zieht an Zigarre

Wer aus Prinzip zu den Shortfillern greift, der ist ganz klar eines: sparsam. Zigarren sind hier noch nicht Mittelpunkt der Welt, vielleicht gerade mal so ein Hobby. Der Typ Shortfiller ist auch eine Zigarre weiß guten Tabak zu schätzen, sieht aber nicht ein dafür Unmengen zu bezahlen. Er ist sparsam und legt im Leben mehr Wert auf die bodenständigen Dinge wie ein eigenes Haus, Urlaub mit der Frau und den neuen Familienwagen. Er sieht Zigarren etwas abgebrühter: Sie schmecken ganz gut, sind eine nette Abwechslung, aber man sollte es mit ihnen doch bitte nicht übertreiben.

Zigarre und die dazugehörigen Rauchertypen: Ist so eine allumfassende Typisierung überhaupt möglich? Natürlich nicht, denn wie immer ist es schwierig, die Schubladen zu beschriften. Es mag sparsame Menschen geben, die trotzdem immer Kubaner rauchen und energiegeladene Mittvierziger, die einfach in den Shortfillern ihre Vorliebe gefunden haben. Es ist letztlich alles eine Frage der Sichtweise, aber wer weiß: Vielleicht entdeckt der eine oder andere sich doch in dieser Übersicht wieder.

 

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