Eine kurze Zigarrengeschichte

zigarren und wiskeyTabak ist seit tausenden von Jahren bekannt, die ältesten Hinweise auf kultivierte Tabakpflanzen sind angeblich bis auf 5000 Jahre vor Christus datiert. Indogene Völker in Süd- und Mittelamerika nutzten den Tabak als Heilpflanze und für spirituelle Riten. Man weiß heute wenig Genaues über Anwendung von Tabak, man geht davon aus, dass das Brauen von Tränken und das Auflegen gekochter Tabakblätter medizinische Anwendungen waren. Das Rauchen der getrockneten Blätter war den Häuptlingen und Schamanen vorbehalten, um in höhere geistige Sphären vorzudringen und mit ihren Ahnen und den Göttern Kontakt aufzunehmen. Der Rauch wurde durch lange, hohle Stangen, pfeifenähnliche Gegenstände und durch zusammengerollte, fest in der Hand gehaltene Bündel direkt eingesogen. Solche Bündel dürften die ersten Zigarren gewesen sein. Dieses reine präkolumbianische Raucherverhalten änderte sich mit der Entdeckung Amerikas durch die Spanier schlagartig. Als nichtrauchende Europäer, die nie mit der Angewohnheit, Rauch aktiv einzuatmen, umgegangen waren, nannten den Konsum von brennenden Tabakblätter noch lange Zeit „Rauch trinken“, bevor das Verb „rauchen“ angewendet wurde. Die Bezeichnung Zigarre lässt sich von mehreren Ursprüngen ableiten, keine wurde je bewiesen, alle sind möglich. Im Sprachgebrauch der Maya, die nachweislich Tabakraucher waren, bedeutet das kurze Wörtchen „zic“ Tabak und das dazugehörige Verb „zicar“ bedeutet rauchen. Die Nähe zu unserem heutigen Wort Zigarre ist unübersehbar. Im spanischen Sprachgebrauch, vor allem in Andalusien – die Region, in der der erste Tabak im späten 15. Jahrhundert angelandet wurde – sagt man zu Zikaden „Cigarro“. Hier ist die ähnliche Form nicht von der Hand zu weisen, allerdings könnten auch die Insekten nach den Zigarren benannt worden sein. Häufig werden Zigarren auch als „Puros“ bezeichnet, damit sind allerdings aus nachvollziehbaren Gründen Zigarren gemeint, die nur aus Tabak gefertigt sind, die aus einem Herkunftsland kommen.

Eine lange Reise

Mit Christoph Kolumbus kamen die ersten Tabakblätter nach Europa und von Spanien aus begann der Siegeszug des „Rauchtrinkens“. Vor allem in den gehobenen Schichten wurde das Rauchen von anfangs selbst gerollten Zigarren schick und etabliert. Nur der katholische Klerus fand diesen Ritus anfänglich diabolisch und verhängte das erste Rauchverbot mit drakonischen Strafen. Nach zirka 100 Jahren wurden allerding die besten Tabake nicht nur für die Oberschicht und die Adligen, sondern auch für die Bischöfe und Kardinäle importiert und der Bann aufgehoben. Anfangs wurden die Zigarren wie erwähnt vom Konsumenten selbst gerollt, später entstanden kleine häusliche Manufakturen, die die Pretiosen verkauften. 1676 wurde die erste große Zigarrenfabrik in Sevilla gegründet, überall in Europa fand sie schnell Nachahmer, so wurde zum Beispiel 1788 die erste Zigarrenfabrik in Deutschland eröffnet. Parallel zu dieser Entwicklung stellte man fest, dass die Produktion in den Anbauländern Sinn machte. So waren nicht nur die Arbeitskräfte billiger, auch die Qualität des Tabaks, der auf den langen Atlantikpassagen entweder vertrocknete oder vom Salzwasser getränkt wurde, war deutlich besser. Heute werden fast alle Premium-Longfiller-Zigarren, also Zigarren, die aus ganzen Blättern per Hand gerollt werden, dort hergestellt, wo auch der Tabak wächst, geerntet und fermentiert wird.
Über das Genießen von Zigarren

Es gibt zahlreiche Zigarren-Marken. Über das Genießen von Zigarren muss man eigentlich nicht viel wissen. Das ist ähnlich wie beim Wein- oder Spirituosengenuss oder noch einfacher, wie beim Essen. Zwar sind weder Tabakgenuss noch Alkoholkonsum Grundbedürfnisse wie die Nahrungsaufnahme, aber der Grundsatz des bewussten Genießens sollte der Ausgangsgedanke sein. Viele Menschen, die mit Vorliebe gut essen und trinken, können leider mit einer feinen Zigarre nicht viel anfangen. Das liegt daran, dass ein Großteil der Zigarren, die von zukünftigen Konsumenten geraucht werden, im falschen Moment angezündet werden. Jede Zigarre, auch eine milde oder kleine Zigarre, ist ein intensives Genussmittel. Jugendlicher Leichtsinn oder das Rauchen einer noch so guten Zigarre nach fortgeschrittenem Alkoholgenuss kann zu prägenden Negativerlebnissen führen. Dabei kann der Genuss einer Zigarre im richtigen Augenblick ein wahrlich einzigartiger Moment sein.

Die richtige Lagerung

Die richtige Lagerung von Zigarren ist essentiell für den Geschmack und schließlich für den Genuss Ihrer Lieblinge. Am wichtigsten sind die Qualität und die Konsistenz der Zigarre. Da es wenig wirklich schlechte Zigarren gibt, sei der Fokus auf die Konsistenz gerichtet. Nur richtig gepflegte, vor allem fachgerecht gelagerte Zigarren, können wirklich gut schmecken. Ohne die richtige Lagerung, kann es passieren, dass Zigarren austrocknen und somit ihren Geschmack und ihr volles Aroma verlieren. In einem Humidor sind Zigarren bestens aufgehoben, ob nun für eine Woche oder für mehrere Monate. Im Rahmen von 68 bis 72 Prozent Luftfeuchtigkeit lagern Zigarren im perfekten klimatischen Umfeld. Deshalb ist jedem Aficionado der Besitz eines Humidors angeraten. Nur so ist der perfekte Genuss garantiert. Für den Transport eignen sich Etuis und Zigarrenhüllen in verschiedenen Ausfertigungen, Größen und Materialien.

Eine kleine Rauchanleitung

Humidor

Auch das richtige Anschneiden und Anzünden ist mitentscheidend für ein wirklich schönes Raucherlebnis. Da Zigarren am Mundende mit einem Stück Tabak verklebt sind, müssen sie vorsichtig geöffnet werden. Dafür gibt es verschiedene Arten von Cuttern, Bohrern und Scheren. Mit der Zeit findet jeder Zigarrenfreund das richtige Accessoire für sich, ein glatter Schnitt ist auf jeden Fall eine richtige Lösung. Vor allem beim Anzünden entscheidet sich ob man eine ausgewogene Zigarre oder eine Zigarre, die sich im Rauchverlauf unruhig entwickeln kann, raucht. Zu allererst darf eine Zigarre nur mit einer geruch- und geschmackfreien Flamme entfacht werden, Benzinfeuerzeuge und Kerzen scheiden also aus. Ein Zedernholzspan, ein (schwefelfreies!) Streichholz oder ein Gasfeuerzeug sind perfekte Werkzeuge. Nach dem Abschneiden sollte das Rauchende vorsichtig „getoasted“, also mit der Flamme angetrocknet werde, und zwar bis die Flamme von selbst auf die Zigarre überspringt. So kann man eine Zigarre anzünden, ohne sofort daran ziehen zu müssen. Die verschwundene Feuchtigkeit kann sich also nicht im Rauchkanal als Kondensationsflüssigkeit absetzen und wieder und wieder verbrennen. So hält man übermäßige Gerbstofferzeugung in Grenzen und der Rauch ist hauptsächlich das Medium, welchen den vollen, satten und reinen Tabakgeschmack an den Gaumen trägt. Eine Zigarre sollte in Ruhe geraucht werden, zu hektische Züge und zu frühes Abaschen beeinflussen den Rauchverlauf ebenso negativ wie mehrfaches Erlöschen und Anzünden. Eine Zigarre die ausgegangen ist, sollte man so lange sie noch warm ist, wieder anzünden, erkaltete Zigarren entwickeln hohe Bitterkeit. Wann eine Zigarre zu Ende geraucht ist, ist die freie Entscheidung des Zigarrenrauchers, manche Zigarren lassen sich nur etwas über die Hälfte rauchen, werden dann sehr intensiv, bitter oder scharf, andere bleiben sensorisch sehr stabil und lassen sich bis weit hinter den Zigarrenring rauchen. Diese Tatsache beantwortet auch die Frage, ob der Zigarrenring entfernt werden darf oder nicht. Manchmal muss er schlichtweg entfernt werden, damit er nicht verbrennt. Solange das nicht der Fall ist, sollte der Ring belassen werden. Möchte man den Ring, der fälschlicherweise oft Banderole genannt wird, unbedingt loswerden, sei angeraten zu warten, bis die Zigarre die nötige Temperatur angenommen hat, damit der Klebstoff warm geworden ist und das Deckblatt nicht beschädigt wird. Hat man den Punkt erreicht, die Zigarre nicht weiter rauchen zu wollen, legt man die vergangene Schönheit im großen Aschenbecher ab, ein Ausdrücken wird von Aficionados als rüde Art des Abschieds empfunden.

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