Kann Tabak selbst angebaut werden?

ein Feld voller TabapflanzenEinst brachte der Seefahrer Christoph Columbus die Nicotiana tabacum, die Tabakpflanze, mit in die alte Welt und begründete auf diese Weise eine bis heute bestehende Tradition. Die Tabakpflanzen, ursprünglich aus tropischen bis subtropischen Regionen stammend, benötigen für ihre vollendete Reifung sehr viel Feuchtigkeit und Wärme. Der traditionelle Tabakanbau ist heutzutage allerdings auch in unseren Regionen möglich, denn durch eine Jahrhunderte andauernde Entwicklung hat sich die robuste Tabakpflanze den gemäßigten Klimazonen im europäischen Raum angepasst.

Die Wahl der Tabaksorte

Um für alle Lebenslagen und Bedürfnisse ausgestattet zu sein, empfiehlt sich der Anbau verschiedener Tabaksorten. Als typische Zigarren-, Zigaretten- und Pfeiffensorten verstehen sich der Burley- oder auch Virginia Tabak. Aficionados können mit eher dunklen Tabaksorten, wie Havanna Z992, Korso oder auch Geudertheimer einen Einstieg in den eigenen Tabakanbau wagen. Interessant ist es, verschiedene Tabaksorten miteinander zu kombinieren und zu mischen, da so interessante Aromen und eine intensivere Würze entsteht.

Die Aussaat

Soll der Tabak im Garten aus- und angepflanzt werden, so sollte die Aussaat spätestens Ende März stattfinden. Traditionell findet die Tabakaussaat in wärmeren Regionen am Josephstag statt – in kälteren Regionen in Deutschland empfiehlt sich eine verspätete Aussaat ab Mitte April. Da beim Zigarrentabak die Blätter oftmals noch grün geerntet werden, kann die Saat bei speziellen Zigarren-Pflanzen sogar bis in den Mai hinein gesät werden. Wird mittels Pflanzentöpfe direkt in der Wohnung angebaut, so kann dies das ganze Jahr über geschehen.

Setzlinge ziehen

junge Tabak-Setzlinge im Garten

Die kleinen Tabaksamen werden zunächst auf im Baumarkt erhältliche Ansetzerde gestreut und nur leicht mit dem Finger in die Erde gedrückt. Die Erde selbst sollte dabei nicht nass sein, aber genügend Feuchtigkeit besitzen. Auch brauchen die Wurzeln der jungen Pflanzen viel Luft. Bereits nach etwa sieben Tagen entstehen die ersten zarten Keimlinge, bald schon die ersten kleinen Blattpaare und nach einem Zeitraum von etwa 2-3 Wochen dürften die Setzlinge bereits über einen Zentimeter hoch gewachsen sein. Die Erde muss während der gesamten Wachstumsphase feucht gehalten werden. Das Gießen selbst sollte nur von unten erfolgen, da Blätter sonst schnell schimmeln können. Die jungen Zöglinge sollten zudem stets im warmen Halbschatten stehen – eine intensive Sonneinstrahlung kann die Blätter schnell verdorren lassen.

Erreichen die jungen Pflanzen eine Höhe von über einem Zentimeter und haben bereits mindestens zwei Blattpaare entwickelt, so erfolgt die Pikierung, die Umsetzung der Pflanzen in kleine Töpfe. Denn da die Tabakpflanzen oftmals kreuz und quer wachsen, müssen sie frühzeitig getrennt werden – ansonsten verwachsen die Wurzeln miteinander und lassen sich in einem späteren Stadium nicht mehr voneinander trennen. Zum Pikieren werden die Pflanze mit Hilfe einer kleinen Kelle oder eines Löffels aus dem Erdreich befreit und im Anschluss in einen Topf umgesiedelt, wobei der Abstand zwischen den Pflanzen nicht geringer als 30cm sein sollte. Nach weiteren 6-8 Wochen sollten die Pflanzen eine Höhe von etwa 10cm erreicht haben – nun können die Tabakpflanzen in den Garten ausgesiedelt werden.

Die Tabakpflanze in den Garten umpflanzen

Tabakpflanzen im Garten

Die frischen Setzlinge sollten im Bett mit einem Abstand von etwa 40cm eingepflanzt werden. Auch hier gilt es, die Erde stets gut feucht zu halten. Erst wenn die Pflanzen ausgewachsen sind, kann auf ein zusätzliches Gießen verzichtet werden. Eine tägliche Kontrolle ist jetzt zwingend notwendig. Denn gerade zu Beginn vergreifen sich gerne Schnecken an den zarten Blättern der Setzlinge. In einem regelmäßigen Abstand von etwa 2 Wochen sollte die Erde rund um die Pflanzen vorsichtig mit einer Grabgabel gelockert werden, damit die Wurzelballen gut belüftet werden – so wachsen die später bis zu zwei Meter hohen Pflanzen umso stabiler.
Bei einem nährstoffarmen Boden hilft die Zugabe von Kompost oder Tabakdünger im Gießwasser. Erscheinen die ersten Knospen an der Pflanze, so müssen diese etwa 5-10cm unterhalb des Blütenansatzes abgetrennt werden – ansonsten würden die Blüten den Blättern ihre wichtigen Inhaltsstoffe entziehen. Hierbei ist vom Köpfen der Tabakpflanze die Rede. Der Tabak wächst nun stetig vor sich hin – bereits nach 2-3 Monaten kann im Anschluss regelmäßig nach reifen Blättern Ausschau gehalten werden.
Erfahren Sie im zweiten Teil der Reihe, wie Sie angepflanzten Tabak weiter verarbeiten können!

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