Kubanische Zigarren – Genussmittel mit Tradition

Stimmen Sie sich ein wenig in das Thema Kuba ein und lauschen Sie den Klängen von Ibrahim Ferrer, einem international bekannten kubanischen Musiker

Der Mythos Zigarre und der Mythos Kuba sind untrennbar miteinander verbunden. Das eine ist Synonym für das andere geworden und so sind es die kubanischen Zigarren, an denen sich Feuer und Leidenschaft eines jeden Aficionados nicht nur sprichwörtlich entzünden. Schon die indigenen Ureinwohner der Insel in der Karibik hatten die Blätter der Tabakpflanze gerollt und als stimulierenden Katalysator geraucht. Die Tradition für kubanische Zigarren ist also älter als man glaubt und doch bis heute lebendig.

Dass sich Zigarren aus Kuba heute unter der saloppen Bezeichnung “Habanos” weltweit einer so großen Beliebtheit erfreuen ist Christoph Columbus zu verdanken. Er entdeckte sie zum Ende des 15. Jahrhunderts bei seinen Erkundungsreisen. Eine erste Verbreitung des Tabakkonsums war im 18. Jahrhundert in Nordamerika zu beobachten. Dort waren britische Matrosen diejenigen, die sie auf ihren Reisen in die kolonialisierten Gebiete mitbrachten.Schon im späten 19. Jahrhundert hatte sich in Kuba eine rege Zigarrenproduktion entwickelt, bei der neben den heute noch bekannten Marken wie Partagás oder H.Upmann auch viele Marken entstanden, die inzwischen leider in der Geschichte begraben liegen.

Erst im 20. Jahrhundert wurden die heutigen bekannten und legendären Marken erschaffen. Montecristo zum Beispiel, deren No. 5 die Lieblingszigarre von Che Guevara war, wurde erst 1935 von Menéndez y García auf den Markt gebracht. Sie ist nach dem Grafen in Alexandre Dumas Roman benannt und gehört heute zu den bekanntesten und beliebtesten Marken der Welt. Die erdigen und recht kräftigen Zigarren der Stammlinie sind seit einigen Jahren durch die ungleich milderen Montecristo Open Zigarren erweitert worden, um auch Liebhabern milderer Zigarren einen Einstieg in die Marke zu ermöglichen.

Bildreihe Kuba Impressionen

In der Mitte des 20. Jahrhunderts begann ein Einschnitt für die Menschen, die gerne kubanischen Zigarren rauchten, besonders für jene in den USA. Denn mit der kubanischen Revolution und dem Sieg von Fidel Castros Männern, begann die internationale Isolation der Insel. Der damalige Ostblock unter Anführung der Sowjetunion war der einzige verbliebene „Freund“. Zigarren wurden aber weiterhin produziert und ab 1966 gab es für Diplomaten und Staatsoberhäupter eine neue Zigarrenmarke, die schnell einen legendären Ruf bekommen sollte: Die Cohiba.

Erst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde diese Zigarre der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ein Festtag für alle Aficionados. Die Cohiba Siglos, die Cohiba 1492 Serie und die vielen Limitadas gehören zum Besten, was ein Zigarrenraucher zwischen die Finger bekommen kann.
Auch die Marke Trinidad war zuerst nur für Diplomaten gemacht, heute gehören die Zigarren mit dem kleinen „Pig-Tail“ auch zum Inventar eines jeden, gut sortierten, Humidors.

Bedeutende Zigarren-Marken Aus Kuba

Weitere Marken der kubanischen Produktion

Eine kubanische Zigarre, die auch einen exzellenten Ruf genießt, ist die Romeo y Julieta, bereits 1875 gegründet. Die Romeo y Julieta No. 2 bekam nach einem Besuch des britischen Premierministers Winston Churchill 1946 ihren Namen verpasst, weil er ein großer Liebhaber des Formates war. Dass diese Ehre dazu führen würde, dass heute die Churchill ein anerkanntes Format ist, hätte damals wohl keiner geglaubt. Auch hier sieht man wieder, wie eng die Verzahnung zwischen Politik und Zigarrenherstellung immer war und ist.

Ramon Allones und Rafael Gonzales sind weitere bekannte und beliebte Marken aus Kuba. Die Panatelas Extra von Rafael Gonzales ist dabei mit einer feinen Kakaonote, leichten Bitternoten und verhaltenen Trockenfrüchten eine gute Wahl für einen kurzen aber umso angenehmeren Smoke. Auch Hoyo de Monterey, Guantanamera und Quintero sollte man nicht vergessen, auch wenn beide letztere Marken eher an Einsteiger gerichtet sind, beziehungsweise den preisbewußten Raucher ansprechen sollen.

Die Zigarren Bolivar gibt es seit dem Jahr 1902. Sie werden in Havanna produziert und als handgearbeitete Longfiller ausgelegt. Für ihre Herstellung werden die Tabakblätter verwendet, die in der Gegend von Vuelto Abajo geerntet werden. Sie zeichnen sich durch einen besonders kräftigen Geschmack aus. Die Bolivar sind in verschiedenen Ringmaßen und Längen zu bekommen.

Wer sich eher für milde kubanische Zigarren begeistern kann, der wäre mit der Quintero gut beraten, die ihren Namen von fünf Brüdern bekommen hat, die in Cienfuegos eine Tabakmanufaktur errichtet haben.Die Tabakmischung wird genau wie bei der Bolivar aus der Ernte der Region Vuelta Abajo zusammengestellt. Die Quintero wird traditionell mit einem Durchmesser von knapp 15 Millimetern angeboten. Stößt man bei den Zigarren auf das Portrait von Don Alejandro Robaina, trifft man ebenfalls auf eine mittelkräftige Tabakmischung. Das Familienunternehmen ist in Cuchillas de Barbacoa ansässig. Das liegt ebenfalls in der kubanischen Tabakregion Vuelta Abajo. Sie werden “totalmente a mano” und “tripa large” offeriert. Erhältlich sind sie in Stärken von knapp 17 Millimetern bis hinauf zu einem Durchmesser von fast 21 Millimetern.

Dunkelrote Karte von Kuba

Die Organisation des kubanischen Zigarrenhandels

Heute sind alle diese Marken Teil des großen Habanos-Universums. Die Vertriebsgesellschaft gehört zu 100% dem kubanischen Staat und hat so die Kontrolle über die gesamte Zigarrenproduktion der Insel. Deshalb gibt es pro Land auch nur einen exklusiven Partner der mit kubanischen Zigarren handeln darf, was besonders der Qualität geholfen hat, da es so einfacher ist, den Weg der Zigarre zu verfolgen und mögliche Fehler oder Probleme zu beseitigen. Wenn in den USA vielleicht eines Tages das Embargo gegen kubanische Waren aufgehoben werden sollte, brechen wieder schwerere Zeiten für die europäischen Liebhaber an, denn leider ist eine Produktion nicht endlos zu steigern und die amerikanischen Aficionados haben ein hohes Nachholbedürfnis bei kubanischen Zigarren. Es sei ihnen schon jetzt verziehen, noch können wir in Europa aus dem Vollen schöpfen und sollten das auch tun: Die Zigarre ist ein Genussmittel und ein Kulturgut, genießen wir es.

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