La Galana Zigarrenlounge: Interview mit Inhaberin Annette Meisl

Wer führt die La Galana Lounge?

Annette Meisl ist so vielseitig, dass man nicht weiß wo man anfangen soll. Schon früh mit Kultur vertraut, durch Geigenunterricht ab dem siebten Lebensjahr, orientiert sie sich in viele verschiedene Richtungen was Ihre Projekte angeht. Nach Ihrem Abitur ging Sie als Au-Pair nach Paris und anschließend nach Madrid. In der spanischen Hauptstadt verbrachte sie drei Jahre als Straßenmusikerin und verdiente sich ihren Lebensunterhalt als Musikerin und Filmkomparsin. Sprachen bereiten ihr keinerlei Probleme, wie auch schwer anzunehmen ist bei einer Frau die neben ihrer Muttersprache Deutsch noch vier weitere beherrscht.

Fließendes Englisch, Französisch, Spanisch und Türkisch erleichtern die internationale Kommunikation. Welche sie höchstwahrscheinlich auch benötigt. Die Allrounderin startete im Jahr 1993 mit einer Künstleragentur namens „La Gala“ und eröffnete 2005 die erste Zigarrenmanufaktur mit angeschlossenem Degustationssalon in Köln. Hier wird Annette Meisl für uns besonders interessant. In ihrer Manufaktur und Zigarrenlounge werden unter anderem zwei Zigarrenarten – Clásica und Privada – hergestellt. Dafür sind kubanische Torcedores angestellt, die hochwertigen Nicaragua-Tabak nach deutschen Qualitätsstandards veredeln. Dieser einmalige Ort findet viel Beachtung in Reiseführern und Besuchsempfehlungen für die Stadt Köln. Die Manufaktur ist ein kleines nostalgisches Ladenlokal mit Hinterzimmer, das von nach Vorgaben von Annette Meisl durch Theaterdekorateur Peter Giffel gestaltet wurde. Hier finden Seminare aller Art statt: Zigarrenrollkurse, Kubanischer Life-Style, Zigarren&Rum, Kubanische Rum-Historie, Genießen à la Hemingway und mehr.

Neben alledem ist Meisl auch noch erfolgreich als Autorin tätig. Sie beschäftigt sich mit dem spanischen Film und Sexualität. Ihre Publikationen aus den Jahren 2003 und 2012 fanden ein breites Medienecho und wurden viel diskutiert.

Kuba, Zigarren und das Leben –
Wir konnten Annette Meisl für ein Interview gewinnen. Sie spricht mit uns über Kuba, ihre erste Zigarre und die Manufaktur.

Porträt von Annette Meisl

Ihr erster Besuch in Kuba brachte Sie dazu, die Zigarrenmarke La Galana zu gründen. Können Sie uns erzählen, was Sie an Kuba am allermeisten fasziniert hat?

A.Meisl: Den letzten Nachmittag des vergangenen Milleniums verbrachte ich auf der Holzveranda von Gregorio Fuentes, ehemals Kapitän von Ernest Hemingway, damals 103 Jahre alt. Mit ihm rauchte ich meine allererste Zigarre. Begleitet von einem Schluck süßen kubanischen Rum aus einer angeschlagenen Porzellantasse. Er erzählte Geschichten von früher, Abenteuer, die er mit Ernest erlebt hatte, ein unvergesslicher Nachmittag. Ich bewundere diese Menschen, die trotz vielfältigem Mangel an Dingen, die im Alltag nötig sind, von Zahnpasta bis Öl zum Braten, dennoch ihre Lebenslust bewahrt haben. Statt sich zu beklagen, leben Sie den Moment und genießen das, was da ist und sei es nur ein Glas Wasser und ein Akkord auf der Gitarre. Dieses Gefühl wollte ich mit nach Deutschland bringen und das findet man in meinem La Galana Zigarrensalon.

Zigarrenrollerinnen mitten in Köln – wie wurde diese Geschäftsidee von Ihnen in Ihrem Umfeld aufgenommen? Gibt es immer noch Skeptiker, die an Ihr Konzept nicht glauben?

A.Meisl: Man staunt und freut sich über mein Konzept. Viele reisen inzwischen von weither an, manche Geschäftsfreunde fliegen ein, aus Berlin, Hamburg oder Zürich, um sich in meinem Salon zu treffen und bei einem Seminar einen wunderbaren Nachmittag zu Zigarre und Rum zu verbringen.

Anwer Bati über die Anfängerzigarre LA GALANA Petit Corona aus der hauseigenen Manufaktur:
„Wenn Sie eine gute, kurze Zigarre, im kubanischen Stil, rauchen möchten, ist die La Galana Petit Corona eine gute Empfehlung (besonders für Anfänger). Sie besitzt einen mittelstarken Geschmack und weist für eine kleine Zigarre einen exzellenten Aufbau vor. Sie brennt und zieht sehr gut, und das Erstreben nach einem unkomplizierten, aber aromatischen Rauchgenusses könnte nicht gleichmäßiger oder geschmackvoller sein.“

Sie bieten regelmäßig Seminare und Events an – Was genau können die Besucher dort bei Ihnen lernen?

A.Meisl: Die Geschichte der Tabakpflanze. Wie wird Tabak angebaut. Wie werden Zigarren gefertigt. Man kann auch selber eine Zigarre bei uns Rollen. Wir verkosten diverse Rumsorten, oder entdecken die Besonderheiten von kubanischem Bier. Es gibt Seminare zum Thema Liebe Genuß und Literatur.

Der Begriff „La Galana“ steht für eine elegante, schöne Frau. Möchten Sie besonders Frauen dazu ermutigen, bei Ihnen das Rauchen und Drehen zu erlernen? Hat für Sie das Zigarre rauchen etwas mit Emanzipation gemein?

A.Meisl: Ich bewundere die kubanischen Frauen, die einerseits sehr emanzipiert und dennoch sehr weiblich sind. Ich freue mich über jede Frau, die sich den Genuss einer Zigarre gönnt. Es steht einer Frau einfach gut, wenn sie eine Zigarre raucht. la Galana ist für mich eine Frau, die ihr Leben geniesst, sich nimmt, was sie will und dabei ihre Weiblichkeit in vollen Zügen geniesst…
Annette Meisl mit Fächer

Welche Zigarre würden Sie unseren Lesern empfehlen?

A.Meisl: Als Anfängerzigarre eine Petit Toro, für die geübten Geniesser eine La galana Churchill.

In eigener Sache: Wen würden Sie selbst am liebsten einmal interviewen?

A.Meisl: Fidel Castro und Hélène Grimaud.

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg mit allen Projekten!

So finden Sie Die „La Galana“ Lounge und Manufaktur

La Galana Zigarrenmanufaktur & Salon
Venloerstrasse 213
50823 Köln
Tel. 0221. 8000923
info@zigarren-manufaktur.de

Kommentare