Marlene Dietrich – Frau von Welt und Aficionada

Sie starb vor mehr als 20 Jahren und doch kennt eigentlich fast jedes Kind ihren Namen: Marlene Dietrich. Ihren internationalen Ruhm verdankt sie ihrer einzigartig rauchigen Stimme, ihrer burschikosen Art, mit welcher sie den Hosenanzug für Frauen in den 30ern salonfähig machte und durch ihr unglaubliches Talent. Sie erhielt im Jahr 1947 von Harry Truman die Freiheitsmedaille aufgrund ihrer aufopfernden Tätigkeiten für die Soldaten und Verwundeten in den Lazaretten während des Zweiten Weltkriegs. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt und viele weitere ihrer größten Songs sind noch heute bekannt.

Eine Frau von Welt

Marlene Dietrich wurde im Jahr 1901 im heutigen Ortsteil von Berlin Schöneberg als Marie Magdalene Dietrich geboren. Schon als Kind genoss sie die Vorzüge ihrer reichen Erziehung: Sie erlernte die Sprachen Englisch und Französisch und wusste schnell mit Geige und Klavier umzugehen. Ihre ersten Bühnenerfahrungen machte Marlene in den Varietés Deutschlands, als Teil einer Girl-Truppe, die singend und tanzend durch Deutschland zog. Dabei zog es sie eigentlich woanders hin.

Das Theater war der einzige Ort, wo man schöne Texte und schöne Verse vortragen konnte wie die von Rilke, die mir das Herz brachen und doch zugleich auch wieder Mut machten.

In den 1920er Jahren begann dann der Aufstieg ihrer Karriere. Sie gab ihr Leinwanddebüt in So sind die Männer, schaffte ihren internationalen Durchbruch als Lola Lola in Der blaue Engel und sang ihren ersten Welthit.

Nach diesen Erfolgen zog es sie nun nach Hollywood. Dort sorgte sie für Aufregung, als sie im Film eine andere Frau küsste und als sie 1936 das Angebot Goebbels ablehnte, für hohe Gagen nur noch deutsche Filme zu drehen. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zog sie nach Paris und half von dort aus Flüchtlinge aktiv zu unterstützen. Sie entwickelte eine zunehmend pazifistische Einstellung und versuchte dieser in dem Lied Sag mir, wo die Blumen sind Ausdruck zu verleihen. Der Film Marlene, der von ihrem Leben und Wirken handelt, gewann mehrere europäische Preise.

Angst? Nein, ich habe keine Angst. Nicht vor den Deutschen, nur um meinen Schwanenmantel, aus dem ich Eier oder Tomatenflecken kaum herausbekommen würde, um den habe ich etwas Angst.

Eine Aficionada

marlene_dietrichIhre rauchige Stimme kam nicht von irgendwoher: Marlene Dietrich genoss es, sich hin und wieder eine kleine Zigarre anzuzünden. In ihrem vom Stress und Pflichtbewusstsein geprägten Leben stand diese Zigarre für die besondere Stellung von Marlene Dietrich. Denn immerhin war es zu Zeiten der Dietrich noch keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen öffentlich rauchen durften.

She has sex but no positive gender

Wenn eine Frau wie Marlene Dietrich an ihrer Zigarre zog, dann tat sie es mit einer Selbstverständlichkeit, die jeden beeindruckte. Welche Zigarrensorte sie am liebsten rauchte, weiß man nicht, aber sie bevorzugte vor allem kleine Formate. Sie wusste, die Zigarre als Waffe der Frau einzusetzen und das sorgt noch heute für Begeisterung. Marlene Dietrich – eine Ikone, eine umstrittene, aber immer eine bewusste Frau.

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