Portrait: Der einzig wahre Udo

Udo Lindenberg and Dieter Kosslick Zigarre rauchend auf dem Berlin Film Festival 2011

Hervorhängende Lippe und Nuschel-Marathon – das ist Udo Lindenberg, wie er leibt und lebt. Beinahe sagenhaft, welche Erfolge und Erfahrungen der Künstler im Laufe seines Lebens verzeichnen konnte. Lindenberg selbst gilt dabei als Begründer der deutschen Rockmusik – sein Unplugged-Konzert „Live aus dem Hotel Atlantic“ steht auch zwei Jahre nach der Eröffnung immernoch in den Top 100. Auch eine eigene Ausstellung, ein Denkmal sowie ein Film namens Die Akte Lindenberg zeugen von der stetigen Präsenz und den großen Einfluss, welcher Lindenberg noch heute auf die Musikgeschichte Deutschlands ausübt.

Udo Lindenberg, wer ist dies eigentlich. Seine Markenzeichen sind unverkennbar: eine dunkle Sonnenbrille, ein dunkler Hut und nahezu stets eine dicke Zigarre zwischen den Lippen. Besonders der gerollte Tabak ist im Laufe der Jahre ein stetiger Begleiter des Genussmenschen Lindenberg geworden. Rauchverbote in Hotels und öffentlichen Bars werden daher für den Begründer der deutschen Rockgeschichte auch mal kurzerhand außer Kraft gesetzt.

Lindenberg selbst ist einer der zahlreichen Prominenten, welche sich daher auch gerne in der ein oder anderen exklusiven Havanna-Lounge blicken lassen. Zusammen mit Scorpion-Chef Klaus Meine und Rudolf Schenke wird dort die ein oder andere Havanna genossen. Besonders beliebt bei dem gealterten aber keinesfalls gerosteten Künstler: die Vitola aus dem Hause H. Upmann: Magnum 50, zart angeschnitten. Diese Marke liebte auch einst Präsident Kennedy – frischer Duft und öliges Deckblatt. Für Udo als begeisterten Aficionado gelten dabei besondere Regeln. So kann es schon mehr als einmal vorkommen, dass eine angefangene Zigarre nicht zu Ende aufgeraucht wird, sondern bereits nach der Hälfte liegen bleibt. Laut Udo allerdings nicht, weil der würzige Geschmack dem Gaumen nicht mehr mundet. Stattdessen folgt der Künstler dem einfachen Prinzip: Aufhören, wenn’s am schönsten ist. Unverkennbar daher, an welchem Platz der Altrocker seine Zigarren raucht. Denn nachdem er gegangen ist, glimmt dort immer noch der gerollte Tabak vor sich hin. Eine edle Havanna wird eben nicht einfach brutal ausgedrückt – man lässt sie sanft erlöschen. Ganz Udo.

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