Prominente und Zigarren

Lachender Gerhard SchröderSchaut man nach Hollywood, in die Musikszene oder in die Politik wird man bemerken, dass man dort auffällig viele Aficionados sieht. Ebenso im Geldadel und beim richtigen blauen Blut sind Zigarren beliebte Wegbegleiter. Wir stellen uns die Frage, woher dieses Phänomen kommt.

Ein bisschen wie beim Ei und beim Huhn: Was war zuerst da, die Prominenz oder die Liebe zur Zigarre? War ein Mensch schon Aficionado bevor er in das Licht der Öffentlichkeit getreten ist, oder hat ihn erst die High Society damit in Berührung gebracht? Ist doch die Zigarre immer noch ein Ausdruck des Erfolges und des Geldes, obwohl Sie schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Es gibt viele gute Zigarren für wenig Geld, aber natürlich auch das ein oder andere Statussymbol, dass man in Rauch aufgehen lassen kann.

Politik, Musik und Hollywood

Fangen wir bei der Politik an und werfen einen Blick auf Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Der Bundeskanzler a.D. machte seinen ersten Kontakt mit der Zigarre auf dem Parkett der Weltpolitik, aber noch bevor er Kanzler wurde. Mit 41 Jahren reiste der damalige Spitzenkandidat der niedersächsischen SPD nach Kuba und traf im Rahmen dieser Reise auf Fidel Castro. Mit dem Staatschef Kubas gab es Gespräche bei Kaffee und Rum, bei denen Schröder auch seine erste Cohiba nahegebracht wurde. Dies war der Beginn einer immer noch bestehenden Leidenschaft für die Zigarre. Castro gab ihm sogar noch eine Kiste mit 25 Cohibas der Marke „Lanceros“ mit auf den Weg, eine der edelsten Zigarren der Welt.

Betrachtet man es so, wurde Schröder erst anschließend populär und zeigte sich gerne mit seinem neu erworbenen Hobby. Doch ohne seine politische Tätigkeit und den damit verbundenen Kontakten, wäre er vielleicht nicht zur Zigarre gekommen. Schröder präsentiert sich zwar weltmännisch mit Zigarre, ist aber eher Aficionado aus Prominenz, als anders herum.

Schaut man auf die Musik, hab wir das perfekte Beispiel schon in diesem Blog besprochen. Avo Uvezian ist Musiker und Aficionado aus Leidenschaft. Wie man in dem Artikel über sein Leben entnehmen kann, war er zuerst Musiker, dann Aficionado und anschließend sogar Zigarrenhersteller. Bei ihm verschmilzt das eine mit dem anderen, denn er wurde auch gerade mit und durch die Zigarren zu einer prominenten Persönlichkeit. Eigentlich möchten wir aber anhand seiner Biografie behaupten: Schon bevor er prominent wurde, war er ein leidenschaftlicher Aficionado.

In Hollywood ist es in prominenten Kreisen ebenfalls üblich gemeinsam dieses „kleine Lagerfeuer“ zu genießen. Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger zum Beispiel treffen sich häufiger zu einem gemeinsamen Abendessen und anschließender Zigarre. Einfach um in Ruhe die vergangene Zeit zu reflektieren und die Welt zu besprechen. Es ist leider schwierig bis unmöglich herauszubekommen, ob diese beiden Herren schon vor der internationalen Hollywood-Karriere Zigarrenfans waren oder erst mit Ruhm und Reichtum dazu gekommen sind. Zumindest bei Arnold kann man sagen, dass er Vollblut-Aficionado ist, so häufig wie man ihn mit einer Zigarre sieht. Egal ob am Set, im Restaurant oder zwischendrin auf der Straße – der Gouverneur ist so gut wie immer mit einer edlen Rauchware unterwegs.

Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger bei einer Konferenz

Am Ende zählt nur die Liebe zur Zigarre

Prominente Zigarrenraucher sind sicherlich auch beeinflusst durch Ihre Umwelt und die Kreise in denen sie verkehren – doch am Ende zählt immer noch die persönliche Präferenz. Niemand hat zum Beispiel Altkanzler Schmidt jemals mit einer Zigarre gesehen, er bleibt seinen Mentholzigaretten treu.

Bei vielen Menschen die in der Öffentlichkeit stehen, kann man also nicht sicher sagen, ob die Liebe zur Zigarre bestand, bevor sie prominent wurden. Doch spielt das wirklich eine Rolle? Wir denken, eigentlich nicht. Für die Zigarre und Ihr Image kann das nur förderlich sein. Berühmte Persönlichkeiten zeigen damit, dass sie Gutes zu schätzen wissen, egal ob sie durch andere Prominente dazu gekommen sind oder das Hobby selber entdeckt haben. Sie verschaffen der Zigarre eine Bühne und wecken damit das Interesse anderer Raucher, die vielleicht deshalb umsteigen: Vom Gewohnheits- zum Genussraucher.

Deswegen können wir es nur begrüßen, wenn auf den edlen Parketten dieser Welt große Männer und prominente Künstler den ein oder anderen Smoke genießen. Wer bei der Zigarre bleibt und sich damit auseinandersetzt, ist Aficionado – egal woher der Stein des Anstoßes kam.

Kommentare