Wie können geerntete Tabakblätter verarbeitet werden?

Im zweiten Teil dieser Reihe wurde bereits näher darauf eingegangen, wie selbst angepflanzter Tabak für die Eigenverwendung geerntet wird. Nach einer erfolgreichen Ernte beschreibt der dritte Teil dieser Serie nun, welche Schritte nach der Trocknung durchgeführt werden können, so dass sich aus den Tabakblättern ein genießbares Produkt entwickelt.

 

Verarbeitungsprozesse für getrocknete Tabakblätter

getrockneter Tabak bereit zum Rollendie Zigarre wird gerollt

Als erstes stellt sich die Frage, als welches Genussmittel der Tabak weiterverarbeitet werden soll. Als Zigarettentabak empfiehlt sich eine Soßierung vor dem Genuss. Diese beinhaltet, dass die getrockneten Tabakblätter mit einem stark zuckerhaltigen Sud eingesprüht werden. Auch das Eintauchen in diesen Sud bietet sich als Alternative an, allerdings müssen die zuvor getrockneten Tabakblätter im Anschluss wieder für einige Tage in einem offenen Gefäß liegen, so dass die Flüssigkeit vollends aufgenommen werden kann. Aromazusätze wie Whisky im Sud verleihen den Tabakblättern einen ganz besonderen Geschmack.

 
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die getrockneten Blätter fermentiert werden. Dieser Vorgang wird insbesondere dann durchgeführt, wenn die Tabakblätter für den Zigarrengenuss verwendet werden sollen. Wie auch bei der professionellen Zigarrenproduktion erhält der Tabak durch die Fermentierung eine höhere Qualitätsstufe. Hierfür müssen die Tabakblätter in einem recht feuchten, warmen und geschlossenem Ort für längere Zeit eingelagert werden. Es bietet sich an, die Tabakblätter für diesen Vorgang im Vorfeld zusammenzurollen und diese Rollen anschließend mit Tabakgarn zu verschließen. Je nach Feuchtigkeits- und Wärmeanteil kann die Fermentierung einen Zeitraum vom einigen Wochen bis hin zu mehreren Jahren umschließen. Liegen die Verhältnisse im subtropischen Bereich (setzt Temperaturen von etwa 45° C voraus), so dauert das Fermentieren lediglich zwei bis drei Wochen – auf dem Heizkörper entspricht dies einer Dauer von ein bis zwei Monaten. Durch Rauch- sowie Duftproben kann nach eigenem Belieben getestet werden, dann der Tabak für die Verwendung bereit ist.

Der Feinschnitt

Das Kleinschneiden des Tabaks kann mit Hilfe einer Schere oder auch eines scharfen Tapetenmessers erfolgen. Allerdings lohnt sich auf Dauer die Anschaffung einer professionellen Tabakschneidemaschine, da diese mit ihren Schneidewalzen selbst große Tabakmengen in kürzester Zeit verarbeitet. Je nach geschmacklichen Vorlieben wird dieser Feinschnitt nun gemischt. Eine harmonische Komposition ist beispielsweise die amerikanische Mischung, welche sich aus 50 Prozent Virginia Tabak, 30 Prozent Burley und einer geringen Menge Geudertheimer zusammensetzt.

 

Das große Finale: so wird die Zigarre gerollt

Um eine Zigarre zu rollen, müssen zunächst die Einlagenblätter in Streifen geschnitten werden. Anschließend werden diese in ein Umblatt eingewickelt, so dass ein rechteckiges Zuschneiden möglich ist. Dabei werden die Mittelrippen der Tabakblätter entfernt, da sonst ein störender Geschmack entsteht. Nun wird das Umblatt an den beiden Enden verdreht, dass es nicht mehr aufgeht. Bei ungeübten Zigarrendrehern empfiehlt sich die Nutzung eines Zigarrenklebers – dieser kann auch später zur feinen Reparatur von Zigarren eingesetzt werden. Damit die Zigarren ihre schöne Form erhalten und ein guter Zug später möglich ist, müssen die Zigarren nun für einige Stunden in eine Zigarrenpressform gelegt werden. Zum Schluss werden noch Deckblätter in lange Streifen geschnitten und einmal schräg über den Wickel gerollt und mit Zigarrenkleber verleimt. Eine anschließende mehrwöchige Lagerung der frischen Zigarren in einem Humidor sorgt dafür, dass sich die geschmacklichen Aromen optimal entfalten.

Eine kurze Einführung in das Zigarren drehen

Im Anschluss heißt es nur noch: zurücklehnen, anzünden, genießen!

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