Wie können Tabakpflanzen geerntet und getrocknet werden?

Im ersten Teil dieser Reihe wurde bereits näher auf die Frage eingegangen, wie Tabak zur Eigenverwendung selbst angebaut werden kann. Nach einem erfolgreichen Anbau stellt sich nun die Frage, wie die Tabakblätter geerntet und weiterverarbeitet werden können, so dass am Ende dem Genuss einer selbst produzierten Zigarre nichts mehr im Weg steht.

Die Tabakernte

frisch geerntete Tabakblätter

Nach dem Anbau der Tabakpflanzen dauert es nicht allzu lange, bis die ersten Reifen Blätter sprießen. Diese können daran erkannt werden, dass sich die Blattfarbe von unten nach oben hell verfärbt. Besitzt ein Blatt also bereits hellgrüne oder gar gelbe Stellen, so ist es reif für die Ernte.

Nun werden die Blätter sanft mit einer flüssigen Drehbewegung seitlich vom Stängel abgebrochen – so bleibt die entstehende Wunde an der Pflanze so klein wie möglich. Bei jedem Erntevorgang wird sich von unten nach oben gearbeitet, da sich die großen Reifen Blätter zunächst zu unterst befinden – pro Ernte pro Pflanze sollten nicht mehr als drei bis vier Blätter gepflückt werden. Über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen wird sich so bei der Ernte bis ganz nach oben zum Obergut der Tabakpflanze vorgearbeitet.

Die Trocknung der Tabakblätter

Um die Blätter nach der Ernte zu trocknen, werden diese einzeln auf ein festes Garn aufgezogen. Pro Schnur können sich etwa 30-50 Blätter aneinander reihen. Das Auffädeln fällt dann besonders einfach, wenn mit Hilfe einer dicken Nadel die Mittelrippe des Blattes durchstochen wird und so der Faden durch das Blatt geführt werden kann. Der Ort zum Trocknen der Blätter muss luftig und feucht sein – gerade in den ersten Wochen des Trocknens ist es entscheidend, dass der Trocknungsprozess sehr langsam von sich geht. Dies ermöglicht dem noch lebenden Blatt Abbauprozesse durchzuführen und wichtige Nährstoffe zu speichern. Als optimale Lagerungsstätte bietet sich ein zugiger aber nicht zu heller Ort an, wie beispielsweise eine Scheune, ein offenes Gartenhaus oder eine überdachte Durchfahrt.


Nun müssen die Blätter etwa zwei bis drei Monate trocknen. An sich könnten die selbst geernteten Blätter bereits jetzt verwendet und geraucht werden – allerdings enthalten diese noch vergleichsweiße viel Eiweiß, so dass der Rauch dadurch einen recht scharfen und kratzenden Beigeschmack erhält. Daher werden Zigarrentabake beispielsweise soßiert – das Einsprühen des Tabaks mit einem zuckerhaltigen Sud kann für zusätzliche Aromen wie Whisky, Anis oder Waldmeister sorgen. Zigarrentabak hingegen wird vermehrt fermentiert.


Erfahren Sie im dritten Teil dieser Reihe, wie Sie getrockneten Tabak weiterverarbeiten können.
bereits getrocknete Tabakblätter

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