Wird die Zigarre weiblich?

Hausfrau beim Zigarre rauchen nach dem  Aufhängen der WäscheNicht nur Männer wissen eine gute Zigarre zu schätzen. Die Erotik des Rauchens, die Connaisseuren des edlen Tabaks nachgesagt wird und oft illustriert wird, funktioniert genauso gut bei Frauen.
Linda Evangelista, das Supermodel aus den 1990ern etwa liebt ein gutes Glas Wein und eine feine Zigarre. Schauspielerinnen wie Demi Moore, Sharon Stone und Julianne Moore sind bekannte Zigarrenraucherinnen. Und selbst wenn Madonna sich mit der Zigarre nur für den Show-Effekt ablichten ließ, so tat das Bild doch seine Wirkung. Doch worin besteht diese?
Zigarrenrauchende Revolverhelden sind der Inbegriff der Verwegenheit – zumindest in den Welten, die Filme uns vermitteln. Und Klischee hin, Klischee her – Männer und Zigarren, das Bild ruft wenig Erstaunen in uns hervor.
Zigarrenraucherinnen dagegen werden häufig als herb und weniger weiblich angesehen, was jedoch ein echtes Vorurteil ist, wie die genannte Riege der Schauspielerinnen nahe legt. Niemand würde auf die Idee kommen, Demi Moore oder Madonna als weniger weiblich anzusehen, nur weil sie mit einer Zigarre im Mundwinkel zu sehen sind. Frauen rauchten und rauchen Zigarren jedoch nicht für die interessante Optik sondern aus purer Lust am Tabakgenuss.

Berühmte Zigarrenraucherinnen

Katharina die Große soll eine der ersten gewesen sein, die eine Bauchbinde um die Zigarre gewunden haben soll, um ihre Finger nicht mit den Tabakfarbstoffen zu beschmutzen. Davon unberührt war sie eine leidenschaftliche Zigarrenraucherin.
Schriftstellerinnen wie Gertrude Stein und Amy Lowell mochten kubanische Zigarren und die australische Sopranistin Nellie Melba behauptete, ihre Stimmkraft daraus zu beziehen. Die amerikanische Schauspielerin Lillian Russell erfreute die Hersteller durch den Genuss von 500 Drei-Inch-Kalibern im Monat.
Auch Bonnie Parker soll Zigarren genossen haben, während sie und ihr Gefährte Clyde zu Zeiten der Depression Chaos im Südwesten anrichteten. Unvergessen auch die Western-Kunstschützin Annie Oakley, die mit dem Paffen ihre Nerven vor und nach den Schießwettbewerben beruhigte.
Um zu den Schauspielerinnen zurückzukehren, da diese wohl die am besten dokumentierten Zigarrenraucherinnen sind: Marlene Dietrich genoss oft kubanische Zigarren. Auch Jodie Foster steht dem in nichts nach und Whoopie Goldberg behauptet sogar, seit der Teenagerzeit Havannas zu rauchen. Sie liebt übrigens Montecristo und sticht lieber ein Loch in das Ende anstelle eines Anschnitts.

Weiblicher Zigarren-Genuss

Wenigstens kommt niemand auf die Idee zu behaupten, Frauen würden den Männern das Zigarrenrauchen wegnehmen. Eher gilt es bis heute als Männerdomäne oder bestenfalls als Mittel zur Emanzipation. Frauen, die Zigarren bevorzugen, interessiert aber vor allem eines: der Genuss.
Es gibt einige, wenn auch noch nicht zahlreiche, Ladies’ oder Women’s Cigar Clubs. In diesem Rahmen begutachten Frauen ihre Zigarren genauso kritisch wie Männer und kombinieren den Genuss mit passenden Weinen. Das Image der Zigarre ist vermutlich immer noch nicht geschlechtsneutral wie das der Zigarette, aber ihr Genuss wird weiblicher.

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