Wo Geschmack beginnt: Der Tabakanbau

Die spätere Verwendung des Tabaks spielt bereits beim Anbau der Pflanzen eine wichtige Rolle. Generell wird zwischen zwei Arten des Anbaus unterschieden.

Braune Tabakpflanzen aufgehangen unter Stoffplanen

  • Der tabaco tapado, welcher auch als bedeckter Tabak bezeichnet wird, findet seinen Anbauplatz unter Stiffbahnen. So werden die Pflanzen vor der starken tropischen Sonne geschützt – ist das Klima angenehm, so können die Stoffdächer beiseite geschoben werden. Die Blüte des Pflanze wird bei dieser Form des Tabakanbaus nicht entfernt. Auf diese Weise entwickeln sich dünne und sehr gleichmäßig sowie geschmeidig geformte Blätter. Entgegen der landläufigen Meinung besitzen diese einen guten Anteil daran, wie sich die Zigarre später geschmacklich entwickeln wird. Da die so gewachsenen Blätter sehr hochwertig sind, werden sie nahezu ausschließlich als Capa, als Deckblatt, verwendet. Diese entscheidet zugleich, welcher Herkunft die Zigarre selbst zugerechnet wird. So macht ein aus Brasilien stammendes Deckblatt aus der Zigarre eine Brasil – ob Einlage und Umblatt ebenfalls aus Brasilien stammen, spielt eine eher untergeordnete Rolle.
  • Ganz anders hingegen wächst der tabaco del sol, der Tabak der Sonne. Dieser entwickelt sich direkt unter der tropischen Sonne. Die Blüten der Tabakpflanzen werden zudem frühzeitig entfernt. Da so die Nährstoffe der Pflanze direkt in die Blätter wandern, entwickeln sich in diesen kräftige und geschmackvolle Aromen. Daher wird der aus diesen Pflanzen entstehende Tabak hauptsächlich dazu genutzt, um die Tripa (die Einlage) sowie die Capote (die Umblätter) zu formen.

Handerlesene Ernte

Traditionell werden die Tabakpflanzen per Hand geerntet. Anschließend können die Blätter auf natürliche Weise trocknen – hier durchschreiten sie einen erneuten Reifeprozess, welcher für die tiefen Aromen des Tabaks sorgt. Ziel ist es, den Wassergehalt innerhalb der Blätter zu reduzieren, ohne dass die Blätter dadurch verfaulen. Im subtropischen Klima werden die Tabakblätter daher in einem Zeitraum von 25 bis 50 Tagen abwechselnd in Sonne und Schatten gelagert – spezielle Lagerhäuser lüften die Blätter zusätzlich. Abgestimmt und abgerundet wird dieser Reifeprozess auf die gewünschte Farbe der Blätter und die Tabakart. Anschließend ist der Tabak bereit für die nächsten Schritte: Fermentierung, Verarbeitung und schlussendlich zur Vervollständigung der verschiedensten Zigarrensorgen. Ein vollendeter Genuss.

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