Zigarren und Ihre Symbolkraft in Filmen

Benicio Del Toro zieht in seiner Rolle als Che Guevara im gleichnamigen Film gerne und oft an seiner Zigarre. Egal ob bei Lagerbesprechungen mit anderen Freiheitskämpfern oder auf dem Weg durch den Dschungel Cubas, das edle Rauchwerk ist immer dabei. Nicht so zeremoniell genossen wie es eine gute Zigarre vielleicht verdient hätte, aber doch geschätzt. Inbrünstig, nachdenklich und entschlossen paffen die Revolutionäre während des Aufstandes ihre Cohibas.
Es wird schon so oder so ähnlich gewesen sein, doch hier ist es auch das Drehbuch, welches die Zigarre inszeniert. Sonst ein Symbol für Macht und Reichtum, werden die edlen Stumpen hier fast nebensächlich konsumiert. Genuss ist nur für die oberen Zehntausend? Nein! Er steht allen zu, nicht nur den Cognacschwenkern im Herrensalon: „Viva la Revolución!“. Eine starke Aussage, verpackt in ein kleines Bild.

Che Guevara soll die Cohiba mitkreiert haben

Im realen Leben war Che Guevara nicht nur Aficionado sondern einer Legende zufolge auch treibende Kraft bei der Entstehung der berühmtesten Zigarre Cubas, der Cohiba. Fidel Castro soll dies delegiert haben und Che versuchte die Cohiba zur besten Zigarre Cubas zu machen. Angeblich organisierte er persönlich die besten Rohstoffe aus der Anbauregionn Vuelta Abajo, aus der auch der Tabak für die berühmten Monte Christos kommt. Außerdem stellte er sicher, dass nur die besten Torcedores produzierten. Die Cohiba sollte nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch herausstechen. Ob es so war, sei dahingestellt, Cohibas sind auf jeden Fall heute noch mit die besten Zigarren dieser Welt. Auch Alt-Kanzler Gerhard Schröder genehmigt sie sich zu besonderen Anlässen.

Cohiba Banderolen in Nahaufnahme

Beliebt als Symbol in Mafia- und Kriegsfilmen

Der Kämpfer im Dickicht oder der vor Dreck strotzende Arbeiter, oft haben Sie in Filmen eine Zigarre im Mundwinkel. Als Ablenkung, als Konzentrationshilfe, um die Arbeit ein Stück weit erträglicher zu machen und die Nerven zu behalten – ein Symbol für Männlichkeit und Stärke. Kein Kriegsfilm kommt ohne eine Szene aus, in der der General mit gelassener Miene und starker Autorität taktische Befehle gibt – nicht ohne Stumpen zwischen den Zähnen. Unvergessen, die Ankunft von Forrest Gump in Vietnam und die Begrüßung des lässig paffenden Lieutenant Dan. Er raucht nicht nur in der ersten, sondern fast in jeder folgenden Szene Zigarre.


Lieutenant Dan begrüßt Forrest Gump mit Zigarre im Mundwinkel

Sind Zigarren oder Zigarillos in Filmen zu sehen, hat es oft etwas mit Macht und Überlegenheit, aber auch mit Konzentration und bedachtem Handeln zu tun. Wer selber ein Aficionado ist, kennt die Wirkung der Entschleunigung, die vom bewussten Genuss einer Zigarre ausgeht: Zeit um Gedanken zu sortieren und Entscheidungen zu treffen.
Militärs rauchen Zigarre in Vietnam
Im Film „Der Pate“ sind es Entscheidungen über Leben und Tod. “Ich mache dir ein Angebot, dass du nicht ablehnen kannst …” ist einer der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte, ausgesprochen mit einer Zigarre in der Hand. Man denkt sofort an schwere Schreibtische aus dunklem Holz, Kristallaschenbecher und edles Zubehör, eine Demonstration der Macht und des Geldes. Übrigens, im gleichnamigen Roman von Mario Puzos raucht der Pate eine Zigarre der Marke „Di Nobili“, sinngemäß die Gehaltvolle, Edle, Erhabene.

Je nach Umgebung und Szene kann eine Zigarre für vieles stehen, auch für gegensätzliches. Man kann aber sicher sein: Werden Zigarren in Filmen gezeigt geschieht dies nicht ohne Grund, sie ist immer bewusstes Stilmittel.

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