Die Herstellung von Zigarren

Zigarren sind elegante Wickel aus Tabak, die vielfach noch in Handarbeit hergestellt werden. Das Gerücht, dass Zigarren auf den Schenkeln hübscher Frauen gerollt würden, stimmt zumindest heute so nicht mehr. Bis die Zigarren verkauft werden können, sind drei Schritte notwendig: Vorbereitung und Mischung des Tabaks, das Rollen und die Qualitätskontrolle und Auswahl der fertigen Exemplare.

Vorbereiten und Mischen der Tabakblätter

Ein älterer Mann erstellt in Handarbeit eine hochwertige ZigarreNach der Ernte werden die Tabakblätter getrocknet und fermentiert. Die Trocknung entspricht gleichzeitig einer Reifung, denn den Blättern muss Wasser entzogen werden, ohne dass sie verfaulen. Dies dauert 25 bis 50 Tage lang – je nach Umgebungsklima. Das anschließende Fermentieren ist die Lagerung in Fermentationsstapeln, die mehrmals umgeschichtet werden, um ein Verrotten oder gar ein Selbstentzünden durch die Wärmeentwicklung zu verhindern. Der Fermentationsprozess dauert vier bis sechs, manchmal sogar acht Monate und dabei entwickelt der Tabak erst seine typischen Aromen.
Der fertige Tabak wird durch das Entfernen der Mittelrippe aus den Blättern vorbereitet. Diese Arbeit wird meist auf den Schenkeln ausgeführt, hat jedoch noch nichts mit dem eigentlichen Rollen zu tun. Die so entstehenden zwei Blatthälften werden noch ein zweites Mal fermentiert und sind dann meist bereit für die Herstellung. Bei Cohibas werden bestimmte Blätter noch ein drittes Mal fermentiert.
Bei der Auswahl zu verwendenden Blätter spielt die Blattart eine Rolle. Die oberen Blätter der Pflanze (ligero) sind am kräftigsten, weil sie am meisten Sonne abbekommen haben. Mittlere Blätter (seco) haben einen mittelstarken Geschmack. Die unteren Blätter (volado) sind am mildesten. Je nach Größe, die die Zigarre bekommen soll, werden für die Deckblätter mittlere oder untere Blätter verwendet, wobei die unteren am größten sind. Die individuelle Mischung aus den drei Sorten ligero, seco und volado macht den typischen Geschmack einer Zigarrenmarke aus.

Aufgabe des Torcedors: Rollen der Zigarre

Für die manuelle Herstellung verfügt der Torcedor über ein Ensemble von Werkzeugen, die Galera de Torcido: ein Brett (tabla), ein Messer (chaveta), eine Guillotine, ein Topf mit natürlichem Klebstoff, eine Messlehre (cepo) und eine Hülse (casquillo).
Auf dem Brett wird die typische Mischung auf zwei oder drei Umblättern kombiniert und kunstvoll gefaltet. Die dabei entstehenden Kanäle sollen später den Rauch durch die Zigarre leiten. Diese „Bonche“ (Puppe) wird nun etwa 30 Minuten lang in Form gepresst. Dann wird sie auf das sichelförmig zurechtgeschnittene Deckblatt gelegt und darin eingerollt. An dem einen Ende wird mit dem Klebstoff ein runder Kopf geformt, und dann wird die Zigarre mit der Guillotine auf das gewünschte Maß zugeschnitten. Ohne das Pressen dauert der Rollvorgang bei erfahrenen Torcedors nur ein paar Minuten.

Qualitätskontrolle und Auswahl

Die fertigen Zigarren werden einer Qualitätskontrolle unterzogen und in Bündeln zu 50 Stück zusammengebunden. Stichprobenartig werden einige Exemplare entnommen, außen und innen geprüft und verkostend geraucht. In der anschließenden Auslese werden die Zigarren nach den Farbtönen ihrer Deckblätter sortiert. Zum Teil werden über 60 Schattierungen unterschieden. In einer Kiste werden nur Exemplare mit dem exakt gleichen Farbton zusammengestellt. Innerhalb einer Farbschattierung werden die Zigarren von dunkelsten zum hellsten Farbton von links nach rechts aufgereiht. Bei manchen Sorten werden die Zigarren Stück für Stück mit einer Bauchbinde versehen. Anschließend wird die Kiste etikettiert und kann verkauft werden.

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