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Zigarren und Tee

Zigarren und Tee, wie passt das zusammen? Erst einmal kann man fast jedes Genussmittel mit einer guten Zigarre kombinieren und so noch mehr Aromen entdecken und selber eigene Geschmackserlebnisse erzeugen. Egal ob hochwertige Destillate, ein hervorragendes Glas Rotwein mit einem vollen Bouquet, oder edle Schokolade: Wenn man seine Zigarre noch nicht mit einem dieser lebensbereichernden Produkte kombiniert hat, sollte man es versuchen. Eine besonders seltene oder teure Zigarre, welche man nur einmal besitzt, wird jedoch eher pur und unverfälscht abgebrannt. Manchmal ist einfach nicht die Zeit für Experimente. Es gibt natürlich auch Aficinados, die generell nichts davon halten den originalen Geschmack zu verändern, zu verfälschen, ja zu verwässern könnte man sagen. Diese Meinung soll respektiert werden, sie ist nachvollziehbar. Trotzdem spricht nichts dagegen, die besten Produkte dieser Erde miteinander zu vereinen und dem Gaumen neue Aufgaben zu präsentieren.

Ein einzelnes Teeblatt vor einer Plantage

Heißer Rauch und heißes Wasser

Kommen wir zum Punkt dieses Eintrags: Es fiel der Begriff „verwässern“ – und wie könnte man die Nachmittagszigarre noch schöner mit Wasser zusammenführen als im heimischen Humidor? Richtig: Mit Tee! So abwegig das auf den ersten Blick auch klingen mag, so sehr passt das Heißgetränk zum Tabak. Verbunden durch die Art des Anbaus, der Ernte und bei bestimmten Teesorten auch in der Verfeinerung, ergänzt das aufgebrühte Heißgetränk mit feinen Nuancen den Smoke. Wir sprechen keineswegs von Omas Pfefferminztee oder dem Früchtetee aus dem heimischen Supermarkt. Tee hat eine noch ältere Kultur als die des Tabaks. Die Teepflanze soll bereits 5000 Jahre v. Chr. in China bekannt gewesen sein – dem Ursprungslandland des Tees. Die besten Teesorten kommen aus Asien. Die bekannteste wird wohl der Schwarztee Earl Grey sein, den es als First Flush (erste Ernte) und Second Flush (zweite Ernte) gibt.

grüner Tee aufegossen in einer Schale

Doch weit über diese eine Sorte hinaus gibt es eine Vielfalt an anderen hochwertigen Tees, welche in Farbe, Darreichungsform und Geschmack variieren. Als da wären grüner Tee, Pu-Erh-Tee, Oolong-Tee, weißer und gelber Tee, Rooibos-Tee und Mate-Tee. Die einzelnen Sorten spalten sich wiederum in Unterkategorien mit verschiedenen Varianten auf. Den grünen Tee gibt es Beispielsweise in Pulverform, der dadurch besonders zubereitete Tee heist „Matcha Tee“ und gilt als sehr gesund.
Kräuter und Früchtetees lassen wir hier außen vor, da sie eine für die Kombination mit Zigarren wichtige Eigenschaft nicht mitbringen: Die holzige, erdige und rauchige Note. Das Getränk sollte die Zigarre unterstützen und ergänzen, nicht konterkarieren.

Woher bekommt der Tee all diese Aromen?

Tee ist genau wie Tabak eine Pflanze, die auf größeren Feldern angebaut wird. Je nach Sorte sogar ähnlich großblättrig gewachsen. Die Blätter beziehen viel Geschmack durch Sonne und den nährstoffreichen Boden in den Bergregionen in denen sie wachsen. Die heute bekannten Teesorten stammen alle von nur zwei Urpflanzen ab, welche aber inzwischen von Hybridarten und Kreuzungen verdrängt wurden. Der Anbau findet mehrheitlich in den höher gelegenen Gebieten der Tropen und Subtropen statt, da hier die klimatischen Bedingungen optimal sind. Genau wie Tabak braucht Tee eine feuchtwarme Umgebung. Es wird auch in anderen Gebieten Tee kultiviert etwa auf den Azoren oder in der Türkei, aber das Ursprungsland liefert aufgrund der Bedingungen die beste Qualität. Tee wird immer von Hand geerntet und je nach Reifegrad anders weiterberarbeitet.

Teevielfalt in einem Schaufenster

Die Ursprungspflanze für Grüntee und Schwarztee ist die gleiche, Unterschiede entstehen in der Verarbeitung. Grüner Tee wird nur in einem Wok erhitzt, gerollt und danach getrocknet während Schwarztee genau wie Tabak fermentiert werden muss. Das Teeblatt wird aufgebrochen und anschließend warm und geschichtet gelagert, so dass durch den natürlichen Gärungsprozess die intensiven Aromen entstehen können, für die der Tee bekannt ist.
Eigentlich ist diese Fermentation genau genommen nur eine Oxidation, also ein Gärungsprozess durch Anreicherung mit Sauerstoff. Nur der Pu-Erh-Tee wird unter Zuhilfenahme von Mikroorganismen fermentiert. Unter natürlichen Bedingungen verkürzt das den Prozess bis zur Trinkbarkeit von mehreren Jahren auf ein paar Monate. Industrielle Prozesse hingegen bewerkstelligen dies in wenigen Stunden. Genau wie beim Tabak gewinnen die Blätter dabei immer mehr an Farbe und werden dunkler. Wesentlich milder und dem Namen nach auch heller ist der weiße Tee. Dieser Tee besteht ausschließlich aus den geschlossenen Blüten einer bestimmten Teepflanze und wird nur leicht anfermentiert. Er besticht durch einen milden und ausgewogenen Geschmack.

Zwei Welten die sich so sehr ähneln

Es liegt eigentlich so nahe, dass zwei organische Produkte, die in Anbau, Ernte und sogar Verarbeitung so ähnlich sind, gut miteinander harmonieren müssen – und doch fallen einem komischerweise zuerst andere Kombinationsmöglichkeiten ein.

Zigarren und Tee – Tee und Tabak: Beides zwei großartige Gewächse, die erst hauptsächlich durch die Elemente Erde und Luft entstehen und nach der Veredelung mit den Elementen Feuer und Wasser zum Menschen kommen. Wie kann man schöner die Natur in Ihrer Gänze genießen als in der genannten Kombination?

Empfehlungen für den Einstieg

Wir möchten zwei Teesorten vorstellen und jeweils eine Zigarre dazu empfehlen, damit der Einstieg in die Welt des Tees einfacher gemacht wird. Es ist dringend davon abzuraten, billige oder gewöhnliche Tees zu erwerben. Hier sollte man denselben hohen Qualitätsanspruch pflegen wie bei seinen Zigarren, dem Wein oder einem Whisky.

Schwarzer Amacha-Tee mit einer Cohiba Lanceros

Die Cohiba Lanceros ist eine dünnere Zigarre mit 38er Ringmaß.
Diese kubanische, edle Variante ist mittelstark und 192mm lang, was eine Rauchdauer von 45-90 Minuten beschert. Sie eignet sich deshalb so gut für den schwarzen Amacha-Tee, weil sie selber neben der pfeffrigen und erdigen Note auch einen cremigen Akzent besitzt. Der Amacha greift diese Cremigkeit auf und ergänzt sie mit eine natürlichen an Honig erinnernde Süße. Ein leichter Eindruck von Lakritz und Anissamen rundet diese Aromen ab. Ein Smoke der mittelstark einzustufen ist bekommt eine angenehme Süße.

Cohiba Lanceros schräg liegend

Grüner Kyo-Bancha-Tee und eine Rocky Patel The Edge Toro Candela

Diese zweite Kombination ist die nahezu perfekte Liason aus Tee und Zigarre. Die Rocky Patel The Edge Toro Candela ist ein Produkt bei dem das Deckblatt grün gelassen wird und deshalb einen frischen Geschmack verleiht. Bei dieser speziellen Zigarre stammt das Deckblatt aus Honduras. Genauere Details über das weitere Innenleben gibt der Hersteller leider nicht heraus, aber Aficinados lieben den Smoke. Die Zigarre erinnert an den Geruch einer frisch gemähten Bergwiese und liefert selbst Eindrücke von floralem Tee mit einem cremigen Abschluss. Die perfekte Vorlage für den grünen Kyo-Bancha-Tee aus Japan, der diese Aromen ebenso mitbringt, sie aber mit Geschmacksimpressionen von Whisky und Lagerfeuer versieht. Hier bringt der Tee die Würze und die etwas stärkeren Aromen mit. Einen milden Abgang haben beide Produkte gemein und harmonieren deshalb ungemein gut.

rocky patel the edge toro candela liegend

Unser Fazit

Wer sich ein bisschen mit der Materie auseinandergesetzt hat kann natürlich ausgehend von seiner Lieblingszigarre den perfekten Tee dazu suchen. Das wird nicht auf Anhieb gelingen, aber mit der Zeit entwickelt man ein Gespür für gute Kombinationen. Natürlich ist die Suche auch andersherum zu empfehlen, einen guten Tee aufbrühen und nach der ersten Tasse die Entscheidung treffen welcher Schatz aus dem Humidor dazu gereicht werden soll.
Wir behaupten: Aficinados sind offene Genussmenschen! Deshalb meinen wir, diese Abwechslung sollte man sich nicht entgehen lassen. Vielleicht wird es ja neben der Zigarre ein zweites Hobby. Genug Geschichte und Varianten bietet die Welt des Tees allemal.


Dokumentation über die Ernte und Verarbeitung von Tee

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